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Die Kirche St. Otto in Laufamholz

Bereits im November 1955 erörterte eine Abordnung der Gemeinde St. Otto mit Erzbischof Dr. Josef Schneider die Frage des Ankaufs eines Grundstückes in Laufamholz zum Bau einer neuen Kirche. Der erste Entwurf einer Kirche stammt von 1960. Seine Ausführung scheiterte an Differenzen zwischen Nürnberger und Bamberger Vorstellungen. Von Erfolg gekrönt war dagegen die 1961 erstellte Arbeit des Architekten Peter Leonhardt, Nürnberg. Im selben Jahre erwarb die Filialgemeinde von der Stadt ein Grundstück von 870 qm Fläche, das unmittelbar südwärts an die Notkirche angrenzte. Nur zwei Jahre danach kaufte sie ein benachbartes Areal in der Größe von 1702 qm mit Wohnhaus aus Privatbesitz. Diesem Abschluss gingen jahrelange Verhandlungen voraus; der Kaufpreis betrug 159.700 DM. Das Wohnhaus musste allerdings dem Neubauvorhaben weichen.

Die Baugenehmigungen von erzbischöflicher wie städtischer Seite datieren vom Juli 1964. Die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der Filialkirche am 23. Mai 1965 nahm Domkapitular Franz Xaver Eichhorn vor, nachdem mit den Erdarbeiten bereits im März begonnen worden war. Das Richtfest wurde fünf Monate danach, am 15. Oktober, gefeiert. Der neue Bau entstand übrigens lediglich einen Meter neben der Notkirche.

Um den Fortgang der Arbeiten verdient machten sich namentlich Kaplan (später Pfarrer) Josef Spörlein, Kirchenpfleger Wendelin Fischer und die Angehörigen der Familie Jesatko. Die erste hl. Messe im neuerrichteten Gotteshaus konnte am 11. September 1966 gefeiert werden - die Weihe fand am 18. Juni des folgenden Jahres durch Erzbischof Dr. Schneider statt.

Auch für diese Kirche wählte man den hl. Otto zum Schutzpatron. Nachzutragen bleibt noch, dass die nicht mehr benutzte Notkirche im September 1966 abgebrochen wurde. Das Haus der neuen St. Otto-Kirche, das Architekt Peter Leonhardt als "gelungenes Beispiel für die völlige Einheit des Innern und des Äußeren eines Gotteshauses" versteht, ist als "Zentralbau konzipiert" worden. Es besitzt einen quadratischen Grundriss von 20 m Seitenlänge. Die Höhe der Wände misst 7 m, die des zeltförmigen Daches, das dem im Alten Testament genannten "Zelt Gottes" nachempfunden ist, 13,55 m. Der Glockenturm, der auch Eingang und Windfang birgt und von einem Dachstuhl in auffallend steiler Pyramidenform gekrönt wird, erreicht immerhin 28,05 m. Die Besonderheit des Gotteshauses stellen seine Wände dar, die aus Betonbausteinen mit bunten Glaseinsätzen errichtet wurden. Sie sind die Arbeit des Bildhauers Adolf Held, Schwarzenbruck. Der Farbton der Verglasung musste hauptsächlich wegen der beiden nahen Straßenzüge dunkel gehalten werden. Das verleiht einmal dem Innenraum einen "sakral feierlichen Charakter", zwingt aber andererseits zu ständiger künstlicher Beleuchtung. Einer der in St. Otto wirkenden Seelsorger, Pater Meyer-Bernhold, sah jedoch gerade darin das, was diesem Gotteshaus einen "intimen und heimeligen Charakter" vermittele.

Der Altar aus Jura-Marmor steht im Zentrum des Kirchenraumes, wodurch er "im Sinne der Liturgie" zum "zentralen Bezugspunkt" der Gemeinde in der Eucharistiefeier wird. Um ihn gruppieren sich auf drei Seiten die Bänke für die Gläubigen. Nach Aussage des Architekten Leonhardt wirkt diese Anordnung "intimer und gemeinschaftsfördernder" als die der Hallenkirche, da Blickkontakte die "aktive Teilnahme am Gottesdienst" förderten. Das große Standkreuz - seine Form wurde auch für das Kreuz auf der Turmspitze gewählt - stammt von Otto Goppel. Dieser Künstler entwarf ferner die beachtenswerten Bronzegriffe an den Außenseiten der schweren Eingangstüren aus Metall.

Die vier Reliefs auf ihnen sprechen das Thema "Kirche unterwegs" an, versinnbildlicht in Episoden der Geschichte Israels nach 2. Buch Mose 1, 14; 16f sowie 5. Buch Mose 1ff. Es handelt sich dabei um: Das Volk Israel in der ägyptischen Knechtschaft, beim Durchschreiten des Roten Meeres, in der Wüste und beim Erreichen des Gelobten Landes.

Der Taufstein, gleichfalls aus Jura-Marmor gefertigt mit Deckel aus Bronzeguss, konnte erst nachträglich erworben werden, nämlich im Jahre 1974. Er zeigt - ebenso wie das Weihwasserbecken - auf dem Beckengrund die Umkehrung der aufwärts gerichteten Zeltform: Die Spitze weist hier abwärts. Im selben Jahre stiftete "ein großherziger Spender", der nicht genannt werden wollte, ein neues "Ewiges Licht", das in seiner Ausführung zum "Stil der Kirche passt". Bekannt ist im Gegensatz dazu der Name jenes Gemeindemitgliedes, das die holzgeschnitzte Marienfigur mit Kind 1969 der Kirche schenkte. Es war Frau Fanny Schmidt. Die zum Kirchenschmuck gehörenden Batiken wurden von Frau Ehrismann in Eigeninitiative gefertigt.